Im Zuge der Umsetzung des MDK-Reformgesetzes, das 2020 in Kraft getreten ist, wurden die 15 Medizinischen Dienste der Kranken-versicherung (MDK) aus der Trägerschaft der Krankenversicherung gelöst und Mitte 2021 umbenannt in „Medizinischer Dienst [Land]“.
Der Medizinische Dienst Bund wurde zum 1. Januar 2022 errichtet. Dieser wird von den 15 Medizinischen Diensten in den Ländern getragen und ist Rechtsnachfolger des „Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.“ (MDS).

Fehlanreize und Fehlallokationen vermeiden

Seit 2004 werden Krankenhausbehandlungen mit Fallpauschalen (DRG) vergütet. Das Prinzip der Vergütung nach Fallpauschalen funktioniert grundsätzlich gut. 

Die das DRG-System beobachtende Begleitforschung hat bis heute keine Hinweise ergeben, dass die Fallpauschalen die Qualität der Versorgung in relevanten Punkten verschlechtert hat. Das Prinzip der Vergütung von Krankenhausbehandlungen durch Fallpauschalen funktioniert von daher gut. Aber es lassen sich auch Hinweise auf vergütungsbedingte Fehlanreize finden. So z.B. wenn Patienten länger im Krankenhaus behandelt werden als notwendig oder sogar unnötige planbare Eingriffe z.B. an der Wirbelsäule oder an den Herzkranzgefäßen bis hin zu geplanten Kaiserschnitten durchgeführt werden.

Das DRG-System ist als lernendes System angelegt und wird stetig von der Selbstverwaltung weiterentwickelt. In diesen Prozess bringt der Medizinische Dienst Bund seine Expertise und seine Erkenntnisse aus der Prüfung von Krankenhausabrechnungen ein.

Unnötige, möglicherweise sogar potentiell schädliche Behandlungen in Krankenhäusern, müssen im Interesse der Patientensicherheit und der Solidargemeinschaft unbedingt vermieden werden. Deshalb sollten gerade die sogenannten innovativen Methoden (Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden - NUB) vor ihrer flächendeckenden Anwendung auf ihren Nutzen und Schaden geprüft werden. Jedes Jahr erstellt der Medizinische Dienst Bund (bis Ende 2021 der MDS, der Vorgänger des zum 1. Januar 2022 errichten Medizinischen Dienstes Bund) im Auftrag der Krankenkassen Grundsatzgutachten zu NUB. Die Krankenkassen nutzen die Ergebnisse der Gutachten für die Budgetverhandlungen mit Krankenhäusern und können damit in gewissem Rahmen die Vergütung und Verbreitung von NUB steuern.

Dokumente zum Thema

  • Begutachtungsanleitung Außervertragliche Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) ohne Fertigarzneimittel

    Richtlinien / Grundlagen der Begutachtung

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  • Begutachtungsanleitung Außervertragliche Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) ohne Fertigarzneimittel - Anlagen

    Richtlinien / Grundlagen der Begutachtung

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Letzte Änderung:

03.01.2022