Im Zuge der Umsetzung des MDK-Reformgesetzes, das 2020 in Kraft getreten ist, wurden die 15 Medizinischen Dienste der Kranken-versicherung (MDK) aus der Trägerschaft der Krankenversicherung gelöst und Mitte 2021 umbenannt in „Medizinischer Dienst [Land]“.
Der Medizinische Dienst Bund wurde zum 1. Januar 2022 errichtet. Dieser wird von den 15 Medizinischen Diensten in den Ländern getragen und ist Rechtsnachfolger des „Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.“ (MDS).

Hilfsmittel

Kranke und pflegebedürftige Versicherte haben bei Bedarf Anspruch auf die Versorgung mit Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln. Um die Vielzahl der angebotenen Hilfsmittel zu sortieren, sie leistungsrechtlich zu bewerten, ihr Leistungsvermögen oder ihren therapeutischen Nutzen nach einheitlich Qualitätsstandards zu bewerten, erstellt der GKV-Spitzenverband ein Hilfs- und Pflegehilfsmittelverzeichnis gemäß § 139 SGB V. In diesem Verzeichnis sind zudem die konkreten Indikationen und Funktionseinschränkungen dargestellt, bei denen eine Versorgung mit einem entsprechenden Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel sinnvoll ist. Das Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis listet alle geprüften Hilfsmittel auf und ordnet sie bestimmten Produktgruppen zu. Es handelt sich aber nicht um eine abschließende Positivliste und ist kein leistungsbegrenzendes Werk.

Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen orientieren sich bei der Bewilligung von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln an diesem Verzeichnis; die Medizinischen Dienste nutzen es, um zu beurteilen, ob ein beantragtes Hilfsmittel notwendig ist.  

Hersteller müssen die Aufnahme eines Produktes ins Hilfsmittelverzeichnis beim GKV-Spitzenverband beantragen.

Der GKV-Spitzenverband muss Anträge auf Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis prüfen, das Verzeichnis aktuell halten und weiterentwickeln. Dabei unterstützt ihn die Kompetenzeinheit Hilfsmittelverzeichnis. Die Kompetenzeinheit Hilfsmittelverzeichnis wird gemeinsam vom Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg und vom Medizinischen Dienst Bund betrieben und berät den GKV-Spitzenverband in folgenden Fragen:

  • Antragsverfahren nach § 139 SGB V
  • Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses
  • Begutachtung im Zusammenhang mit Hilfsmitteln und einer neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB) im Antragsverfahren
  • Weitere Beratungsaufgaben im Zusammenhang mit dem Hilfsmittelverzeichnis.

Die sozialmedizinische Beratung erfolgt schwerpunktmäßig durch den Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg, die medizinisch-technische Beratung schwerpunktmäßig durch den Medizinischen Dienst Bund. Dabei prüft der Medizinische Dienst Bund insbesondere, ob die medizinisch-technischen Voraussetzungen nach § 139 SGB V vorliegen, um ein Hilfsmittel ins Hilfsmittelverzeichnis aufnehmen zu können. Geprüft wird im Wesentlichen anhand der vom Hersteller eingereichten Unterlagen – das sind zum Beispiel Gutachten, Studien, Berichte und Produktdokumentationen, Produktmuster und Zertifikate. Zum Beratungsteam des Medizinischen Dienstes Bund gehören Expertinnen und Experten aus der Hilfsmittel-/Pflegehilfsmittelversorgung, darunter Orthopädiemechaniker-Meister, Medizintechniker, staatlich geprüfte Techniker und Ingenieure für Medizintechnik.

Zur Aufnahme in das Hilfsmittelverzeichnis müssen Hilfsmittel bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Der Medizinische Dienst Bund erarbeitet Kriterien zur Definition dieser Qualitätsanforderungen. Diese werden vom GKV-Spitzenverband im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben zur Erstellung des Hilfsmittelverzeichnisses weiterverarbeitet. Der GKV-Spitzenverband hat für die Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses und das Antragsverfahren nach § 139 SGB V eine Verfahrensordnung erstellt.

Außerdem berät der Medizinische Dienst Bund den GKV-Spitzenverband zu Fragen der Versorgungsqualität, zu erforderlichen Dienstleistungen in Verbindung mit der Abgabe von Hilfsmitteln an den Versicherten und unterstützt den GKV-Spitzenverband bei der Fortschreibung der Präqualifizierungskriterien und Fortbildungsmaßnahmen für Leistungserbringer.

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Ihr Ansprechpartner

Heinrich Josef Krein

Heinrich Josef Krein

Koordinierung Team Hilfsmittel
Tel: + 49 201 8327-158
E-Mail:

Letzte Änderung:

03.01.2022